Was wären wir ohne unser Büro? Man müsste sehen, was man die ganzen 7,36 Stunden so macht. Da kommt man bestimmt auch mal auf eine irgendwie produktive Beschäftigung oder denkt über Dollarabwertungen nach. Aber im Büro kann man so tolle Sachen machen, die man zu Hause nicht machen kann oder darf.
Als erstes wäre da das Kaffeekochen. Wie jedem bekannt ist, setzt man morgens als Erster den Kaffee auf. Wenn man nicht der Erste im Büro ist, hat man schonmal Glück gehabt. Irgendeiner wird Kaffee gekocht haben. Also bloss nicht zuerst im Büro sein. Oder man behauptet, dass man wahsinnig beschäftigt sei und man nur Kaffee trinken könne, aber nicht kochen.
Es gibt viele Ausreden.
Man setzt auch einen frischen Kaffee auf, wenn man den letzten Rest aus der Kanne genommen hat. Ein Phänomen welches noch nicht wissenschaftlich untersucht, aber bereits seit Generationen von Bürotisten beobachtet werden kann ist, dass es immer einen Rest gibt. Nie wird der Rest entnommen.
Von daher sollte es auch nie frischen Kaffee geben. Weit gefehlt, denn altruistisch eingestellte Bürotisten nehmen einem diese Sorge ab. Denn irgendjemand muss es ja machen.
Beide Fehlverhalten würde man zu Hause nicht sehen. Auch nicht beim Partner sehen wollen.
Kommen wir zu etwas unappetitlicheren Themen. Die Toilette. Ich kann hier nur vom Männer-WC schreiben. Das Schöne an einer Büro-Toilette ist, dass Raumpfleger sich um die Reinigung kümmern. Da muss nicht wie beim Kaffee kochen für irgendwas verantwortlich sein.
Denkste!? Schön ist, wenn man nicht vorher die Gummistiefel anziehen muss, weil die älteren männlichen Exemplare mit Prostataproblemen es nicht nötig haben, näher das Pissoir zu treten. Das würde nämlich die Seenbildung verhindern, die sich bildet, wenn sich viele kleine Tropfen auf dem Boden versammeln. Schön wäre es auch, wenn Menschen mit Durchfall nach der krampfartigen Entladung mal die WC-Brille hochklappten und auch von unten reinigen. Schön ist auch, wenn sich die Gorillastreifen noch an der Schüsselinnenwand festklammern. Wozu hat Gott die Toilettenbürste erfunden? Nicht um sich die Haare zu kämmen, nein, sondern um die Hinterlassenschaften, die partout nicht in den Abgrund gespült werden wollen, wegzuschrubben. Da macht man sich die Hände nicht dreckig, ehrlich.
Toilettenpapier kann man mit Kaffee vergleichen. Der Vergleich hinkt, ähnelt jedoch stark den Killerspiel-Argumenten. Ihr wisst schon: FPS-Gamer = Amokläufer. Nach Menden heißt das nun: Schützenfest = amokfahrtenauslösendes Ereignis. Oder so. Aber Toilettenpapier scheint ähnlich wie beim o.g. Kaffeekochen Hemmungen auszulösen. Wenn man das letzte Blatt von der Rolle gezogen hat braucht man sich nicht um Nachschub kümmern. Nope. Niemals. Gibt ja noch ne Toilettenbürste.
In diesem Sinne, bis die Tage.
P.S. Ich fordere Stoppschilder vor leeren Kaffeekannen.
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