Haben wir es uns nicht alle schonmal gefragt? Wo kann ich bei meinen Versicherungsverträgen sparen? Und hat nicht fast jeder schon seine KFZ-Versicherung zum 01.01. eines jeden Jahres gewechselt oder den Preis bei anderen Anbietern verglichen? Auch bei Versicherungen kann man sparen. Sparen Sie aber am richtigen Ende und nicht am Versicherungsschutz. Überprüfen Sie zuerst, welche Versicherungen Sie wirklich benötigen. Sind die Glasversicherung, der Schutzbrief für das Auto oder die Reisegepäckversicherung wirklich notwendig? Benötigen Sie unbedingt die Insassen-Unfallversicherung für Ihr Auto? Unsere Tipps zum Sparen:

Wissen Sie, wie oft Sie Ihre Versicherung bezahlen? Zahlen Sie monatlich oder jährlich? Wenn Sie nicht jährlich zahlen, verschenken Sie Geld. Den für die unterjährige Zahlweise erheben die Versicherer einen Aufschlag von 3%, 4% oder sogar 5% des Beitrags. Sicher, Sie benötigen Disziplin um monatlich etwas beiseite zu legen um den Jahresbeitrag zu bezahlen, aber auf lange Sicht zahlt es sich aus. Nehmen Sie Ihre Auto-Versicherung. Bei einem Brutto-Jahresbeitrag von 560€ beläuft sich die Ersparnis gegenüber einem Monatsbeitrag auf 28€ im Jahr. Wenn Sie beachten, dass Sie fast immer in Ihrem Leben eine Auto-Versicherung haben werden, rechnen Sie dies doch einfach hoch. Gehen Sie alle Ihre Versicherungen durch. Bei vier oder fünf Versicherungen mit monatlicher Zahlweise erhalten Sie eine schöne Summe als Ersparnis die schon als Urlaubsgeldergänzung dienen oder die Weihnachtsgeschenke finanzieren kann.

Auch wenn wir in Deutschland denken, dass immer irgendjemand für einen Schaden haftet und man jeden Schaden bezahlt bekommen muss, sollten wir uns öfter fragen, wofür eine Versicherung eigentlich mal wirklich da war. Ist unsere Vollkasko-Mentalität sinnvoll? Eine Versicherung soll doch Sie oder andere vor den schlimmsten Schicksalsschlägen schützen, die man sich vorstellen kann. Gehört dazu eine gebrochene Scheibe oder ein gestohlener Koffer? Wohl eher nicht. Finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen, Schutz vor Haftungsansprüchen und Existenzsicherung bei Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit sind die wichtigsten, persönlichen Risiken die man absichern muss. Dies war so in der Vergangenheit und bleibt auch so. Eher kommen noch neue Risiken wie das der Pflegeabsicherung hinzu. Überprüfen Sie Ihre Versicherungsverträge auf die Notwendigkeit hin:

Benötigen Sie eine Reisegepäckversicherung? Preise zwischen 14€ und 200€ für einen Auslandsaufenthalt zwischen 10 und 93 Tagen werden angeboten. Der Preis richtet sich nach dem Wert des Gepäcks (maximal bis 4.000€) und der Dauer der Reise. Aber Geld, Wertpapiere, Fahrräder, Laptops, Fotoausrüstungen und Handys sind nur teilweise oder gar nicht mitversichert.Und sind das nicht die wertvollen Gegenstände die Sie abgesichert wissen wollten? Hinzu kommt, dass die Vertragsbedingungen so geschrieben sind, dass Sie das Gepäck nicht aus den Augen verlieren dürfen. Aber passiert dann ein echter Diebstahl? Auch Trickdiebstahl ist nicht mitversichert. Wenn Sie in der Ankunftshalle ahnungslos dem Mann der das Schild Ihres Hotels in die Höhe hält, Ihre Koffer anvertrauen und dieser spurlos verschwindet, bekommen Sie keinen Ersatz.  Viel wichtiger ist eine Auslandsreisekrankenversicherung. Schließen Sie diese für die Dauer der Reise auf jeden Fall für sich und die Familie ab.

Sie benötigen immer eine Privathaftpflichtversicherung. Punkt. Ob Sie noch bei Ihren Eltern mitversichert sein können, sollten Sie allerdings prüfen. Eine Doppelversicherung muss nicht sein.

Wenn Sie berufstätig sind, benötigen Sie auch immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sollten Sie diese aufgrund Vorerkrankungen nicht bekommen können, weichen Sie auf eine Grundfähigkeitsversicherung aus. Je früher Sie diese Versicherung abschließen, desto günstiger für Ihr Konto. Sie müssen berechnen, wie hoch die Berufsunfähigkeitsrente sein muss. Die deutsche Rentenversicherung versendet regelmäßig die „Renteninformation“. Dort ist auch die „Rente wegen voller Erwerbsminderung“ abgebildet. Da diese nur bei voll ausgezahlt wird wenn Sie nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten können. 50% der Erwerbsminderungsrente wird ausgezahlt, wenn Sie mehr als drei Stunden aber weniger als sechs Stunden arbeiten können und wenn Sie mehr als sechs Stunden arbeiten können, erhalten Sie gar keine Rente wegen Erwerbsminderung. Wenn Sie daher auf einer relativ sicheren Seite sein wollen, rechnen Sie mit eienr 50%-iger Erwerbsminderungsrente und stellen Sie dann Miete, laufende Verbindlichkeiten (Telefon, Handy, Versicherungen, Leasing oder Finanzierungen) dagegen. Die Differenz muss mindestens abgesichert werden. Behandeln Sie auch noch vorhandenes Kapital als Einkünfte.

Eventuell kommen Sie bei einigen Versicherern damit nicht weiter. Viele von den Gesellschaften schließen nur Verträge mit maximal 60% bis 80% des monatlichen Nettoeinkommens als BU-Rente ab. ist aber immer noch besser als gar nichts. Um die Kosten für diese Versicherung gering zu halten schließen Sie diese am Besten als eigenständigen Vertrag oder als Zusatz in eine Risikolebensversicherung ein. Achten Sie neben dem Preis auch auf die Bedingungen. Dies ist wichtiger als der Beitrag, denn der Preis den Sie zu bezahlen haben, wenn der Versicherer nicht zahlt, ist wesentlich höher als Ihr Jahresbeitrag.

Wenn Sie Familie haben, egal ob mit oder ohne Kind, sollten alle Geldverdiener eine Risikolebensversicherung abschließen. Überlegen Sie wie lange Ihr Partner/Partnerin ohne Ihr eigenes Einkommen auskommen muss, wenn Sie ausfallen. Meist reichen zwei oder drei Netto-Jahreseinkommen aus.