Eine Versicherung kann wie eine unnötige Ausgabe erscheinen, wenn sie noch nie in Anspruch genommen werden musste. Wenn Sie noch nie einen Autounfall hatten, noch nie in Ihre Wohnung eingebrochen wurde oder ein Sturm Ihr Dach abgedeckt hat, scheint es als ob die 100 Euro im Monat die Sie zahlen müssen, rausgeworfenes Geld sind. Wenn Sie einen kleinen Blechschaden beim Parken an Ihrem Auto verursacht haben (blöder Poller, was steht der da auch) zahlen Sie die Selbstbeteiligung von 300 Euro, die Versicherung die anderen 2.300 Euro Schaden. Im nächsten Jahr stellen Sie dann fest, dass die KFZ-Versicherung teurer geworden ist. 50 Euro müssen Sie mehr zahlen, da der Vertrag aufgrund des Schadens zurückgestuft wurde. Das erscheint nicht gerecht, oder?

Manchmal ist man aber auch sehr froh, dass man eine Versicherung abgeschlossen hat. Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihren Traumwagen nun gerade neu gekauft haben. Sie fahren nach Hause, stellen ihn vor die Garage und trinken einen Sekt mit Ihrer Frau auf den Kauf. Am nächsten Morgen stellen Sie zu Ihrem Entsetzen fest, dass Ihr 35.000 Euro teures Auto gestohlen wurde.  Gut das Sie mit einer Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung vorgesorgt haben. So ist Ihr Auto gegen Diebstahl versichert. Die Versicherung erstattet Ihnen den Kaufpreis abzgl. Ihrer Selbstbeteiligung von 300 Euro.  Oder ein Feuer bricht aus und vernichtet Ihren Hausrat oder gleich das gesamte Haus. Ein Schaden von mehreren 10.000 Euro entsteht. In diesem Fall sind Sie froh, dass Sie eine Versicherung haben.

Es hängt also davon ab, ob Sie selbst von einem Schaden betroffen sind um eine Versicherung „wertvoll“ zu machen. Das Prinzip der Versicherung beruht darauf, dass nur einige wenige von einem Schadenfall getroffen werden. Hierfür zahlt die Versichertengemeinschaft, also alle einschließlich desjenigen der einen Schaden hat, regelmäßig Beiträge ein. Die Beiträge werden auch mehr oder weniger gerecht an das persönliche Risiko und die Eintrittswahrscheinlichkeit angepasst. Viele zahlen also für Wenige. Das nennt man auch das Gesetz der großen Zahl. Wenn viele einzahlen, können ruhig bei Wenigen Schäden eintreten. Die Solidargemeinschaft kommt für den Schaden auf.

Denken Sie beim nächsten Mal daran, wenn Sie wieder „sauer“ auf eine Versicherungsgesellschaft sind, weil die Beiträge gestiegen sind. Und überprüfen Sie, welche Versicherung Sie wirklich brauchen. Hierzu demnächst mehr.