Wie geht es weiter mit der Gebäudeversicherung? Beinahe täglich flattern Briefe, Emails, Infos über die Maklerportale rein und teilen freudig erregt mit, dass die Gebäudeversicherung von Herrn Müller saniert werden muss. Die Schadenquote der letzten 3 Jahre liegt bei 142%, der gesamten Kundenverbindung bei 112% und man können damit ja gar nicht leben.

Hurrah. Kunde und Versicherungsmakler freuen sich nun einen Stein ins Bein.

Was bedeutet das denn aber nun?

Als Erstes mal, dass Eile geboten ist. In der Regel gibt es eine Frist für den Versicherungsmakler in der er der Versicherung erklären kann, dass der Kunde superwichtig ist. Das ist zwar schon Quatsch, weil die Kundenrenta der jeweiligen Versicherung ja etwas anderes sagt, aber man darf natürlich sagen, dass der Kunde bei der Pfefferminzia und Apfelsinia bei einem noch ganz wichtig dolle Versicherungen abgeschlossen hat.

Viel wichtiger ist aber, die Fachabteilungen der Versicherung sofort zu kontaktieren mit der Bitte um Mitteilung unter welchen Bedingungen der Versicherer bereit wäre den Vertrag weiter fortzuführen. Da kommt dann meistens: neuer/aktueller Tarif, SB in schadenbelasteter Sparte und/oder noch „es muss eine Mehrprämie erreicht werden“. Damit hat man schonmal genug Futter um den Kunden einzufangen. In diesem Zusammenhang ist es auch extrem wichtig zu wissen, dass die meisten Annahmerichtlinien aussagen, dass vom Versicherer gekündigte Verträge nicht angenommen werden dürfen. Das ist sehr kurzsichtig. Irgendwie müssen die Kunden ja unterkommen. Und so hat schon manch ein Kunde einsehen müssen, dass er jetzt entweder 20.000€ in die Hand nimmt und das Leitungswassernetz zu sanieren oder er gar keinen LW-Schutz mehr bekommt.

Eine andere Lösung kann auch sein, dass man die schadenbelastete Sparte nicht neu versichert und damit auf jeden Fall die Gefahr Feuer versichert. Denn nichts ist schlimmer als gar kein Haus mehr zu haben, oder?

Mich würde interessieren wie andere Makler/Vetriebler hier agieren. Welche Produktgeber oder Assekuradeure nehmen noch vorschadenbelastete Verträge an?